Zur landkreisweiten Wahlauftaktversammlung hatte der SPD-Kreisverband ins Gasthaus Alten Haus in Geigant eingeladen. Die stellvertretende Kreisvorsitzende Monika Friedl begrüßte die anwesenden Kreistagskandidat*innen, die aus fast allen Teilen des Landkreises angereist waren und freute sich über den zahlreichen Besuch. Besonders begrüßte sie MdB Carolin Wagner, die Kreisräte Renate Hecht, Wolfgang Kerscher und Claudia Zimmermann. Die beiden Bürgermeisterkandidaten Karsten Strassburger, Roding und Sandra Wittmann, Waldmünchen, wurden unter Beifall ebenfalls herzlich begrüßt, verbunden mit dem Dank, dass sie mit ihrer Kandidatur Verantwortung übernehmen und sich für die Grundwerte der SPD einsetzen.
Stefan Wanninger, Vorsitzender des Ortsvereins Waldmünchen konnte in seinem Grußwort darauf hinweisen, dass es gelungen ist, eine Stadtratsliste aufzustellen, die zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern besteht. 9 Kandidatinnen aus Waldmünchen bewerben sich auf der Kreistagsliste und werden sich bei einer Wahl für die Belange der hiesigen Menschen einsetzen. Er wünschte allen Kandidatinnen viel Erfolg und brachte seine Zuversicht auf ein starkes Wahlergebnis auf Kreis sowie in Waldmünchen zum Ausdruck. MdB Carolin Wagner ging in ihrem ausführlichen Grußwort auf die Ereignisse in der Welt, im Land und in Bayern ein. Hart ging sie auf Versäumnisse der Bayerischen Staatsregierung ins Gericht. Die jüngsten Angriffe der CSU und der CDU auf den Sozialstaat tragen nach Ansicht von Wagner zur noch größeren Spaltung der Gesellschaft bei. Im Weiteren ging Wagner auf die AfD ein. „Die AfD führt in die Irre. Es gibt keine Konzepte und Ideen. Sie sind gegen die Werte unseres Grundgesetzes.“ Sandra Wittmann nutzte die Gelegenheit sich vorzustellen und ihre Bewegründe zur Bürgermeisterkandidatur vorzutragen. “Ich unterstütze die Kandidatur von Steve Brachwitz als Landratskandidat. Er weiß, dass Waldmünchen besondere Herausforderungen hat, aber auch enormes Potenzial.“ Sandra Wittmann beendete ihr Grußwort mit dem Aufruf: „Lasst uns gemeinsam Verantwortung übernehmen, für Waldmünchen, für unsere Gemeinden und für einen starken Landkreis Cham.“ Der angesprochene Landratskandidat Steve Brachwitz bedankte sich eingangs seiner Wahlwerbungsrede bei den Vorrednern. Gleich zu Beginn legte er größten Wert darauf, auf die Basis seiner Bewerbung hinzuweisen. „Ich will keine One-Man-Show sondern einer zielführenden Teamarbeit voranstehen.“ Stolz ist der Kreisvorsitzende Brachwitz auf die gesamte Kreistagsliste. „Es ist uns gelungen, eine fast paritätische Liste aus Frauen und Männern aus dem gesamten Landkreis aufzustellen. Der Jüngste ist 18 und die Älteste 78 Jahre. Alle Bevölkerungsschichten und viele Bewerber*innen aus sozialen Berufen sind auf unserer Kreistagsliste vertreten." Das Wahlprogramm der KreisSPD orientiert sich an den Sorgen und Nöten der Menschen im Landkreis, so der Landratskandidat Brachwitz. Dieses Wahlprogramm, das aus 5 Hauptpunkten besteht, stellte er dann im Einzelnen vor.
Müllgebühren und Entsorgung - fair, nachvollziehbar, alltagstauglich.
Brachwitz führt aus, dass die Müllgebühren im Landkreis sehr teuer sind. Er untermauerte seine Aussage mit Vergleichswerten aus den Landkreisen Regensburg, Weiden und Tirschenreuth. Die Kreis-SPD fordert deshalb eine Transparenz bei Gebühren und Kostenstruktur, die Verbesserung im bestehenden System, Wohnortnahe Lösungen für Verpackungsmüll, Wertstoffhöfe bedarfsgerecht weiterentwickeln. Klares Ziel ist eine Müllentsorgung, die zuverlässig funktioniert, verständlich organisiert ist und bei der Preis und Leistung in einem fairen Verhältnis stehen.
Nah dran am Alltag – Betreuung, Pflege, Wohnen
Der Landkreis kann diese Herausforderungen nicht allein lösen. Er kann aber dort Verantwortung übernehmen, wo Angebote fehlen, ausgebaut werden müssen oder besser abgestimmt werden können. Die Forderungen der SPD sind Betreuungsplätze dort schaffen oder zu unterstützen, wo Bedarf besteht, Kommunen und Träger beim Ausbau von Kitas und Kindergärten zu begleiten. Ergänzende Betreuungsangebote, etwa in Ferien oder Übergangszeiten, zu stärken. Die Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Gemeinden und freien Trägern zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt sind Pflege und Unterstützung im Alter. Viele Menschen im Landkreis übernehmen Pflegeaufgaben innerhalb der Familie. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Angeboten, die Angehörige entlasten und ein selbstbestimmtes Leben weiter ermöglichen. Die Kreis-SPD setzt sich ein für den Ausbau und die Unterstützung von Seniorentagespflege-Angeboten, einer gut erreichbaren und verständlichen Pflegeberatung, analog wie digital sowie einer besseren Abstimmung zwischen ambulanten, teilstationären und beratenden Angeboten. Im Bereich Wohnen und Lebensformen verändern sich im Laufe der Zeit die Lebenssituationen. Wir wollen gemeinschaftliche und soziale Wohnformen unterstützen, Initiativen, Träger und Kommunen vernetzen und beraten, Kooperationen entwickeln, insbesondere dort, wo Wohnraum bezahlbar und barrierefrei wird. Hier soll die Verantwortung für die Bauleitplanung bei den Städten und Gemeinden liegen. Der Landkreis kann dort wirksam werden, wo Kooperation, Umsetzung und Unterstützung gefragt sind. Ziel der Kreis-SPD ist: Der Landkreis soll durch konkrete Unterstützung, Zusammenarbeit und verlässliche Strukturen dazu beitragen, dass Betreuung, Pflege und Wohnen im Alltag besser zusammenpassen.
Mobilität – verlässlich unterwegs im Landkreis
Nur 20,3% der Landkreisbevölkerung haben Zugang zu einer Haltestelle, die in den Hauptverkehrszeiten mindestens stündlich bedient wird. Die Kreis-SPD setzt sich ein für eine Verbesserung auf den wichtigsten Verbindungen, einer bezahlbaren Nutzung auch für gelegentliche Fahrten, die Stärkung von ergänzenden Angeboten wie Rufbusse oder flexiblen Mitfahrmodellen, einer besseren Übersicht und Verständlichkeit von Fahrplänen und Tarifen und dass Haltestellen, Fahrgänge und Zugänge schrittweise barrierefrei gestaltet werden. Klares Ziel ist ein Mobilitätsangebot, welches das Auto sinnvoll ergänzt, verlässlich nutzbar ist und grundlegende Bewegungsfreiheit ermöglicht.
Energie aus der Region – transparent, wirtschaftlich, verantwortungsvoll
Die Energiewende ist auch im Landkreis Cham Realität. Mit Projekten im Bereich Windkraft, Photovoltaik und Speicher werden derzeit große Investitionen vorbereitet oder umgesetzt, so Brachwitz. Konkret setzt sich die Kreis-SPD ein für Transparenz bei Planung und Wirtschaftlichkeit, einer klaren Mitsprache der Kommunen, regionale Wertschöpfung soll berücksichtigt werden, Stromspeicher einplanen als zentraler Bestandteil der Energieprojekte, Ermöglichung von Bürgerbeteiligung sowie die soziale Einbettung von Energieprojekten. „Unser klares Ziel ist eine Energiewende im Landkreis Cham, die wirtschaftlich tragfähig ist, regional wirkt und von den Menschen vor Ort mitgetragen wird“.
Gemeinschaft, Engagement und Tourismus
Der Landkreis verfügt bereits über Anlaufstellen und Unterstützungsangebote für das Ehrenamt. Entscheidend ist, diese Strukturen gezielt weiterzuentwickeln, besser zu vernetzen und praxistauglicher auszugestalten. Konkret setzt sich die Kreis-SPD dafür ein, bestehende Unterstützungsangebote für Ehrenamtlich zu stärken, einen flexiblen Ehrenamtsfond gezielt einzusetzen und weiterzuentwickeln, Räume für Gemeinschaft zu sichern und besser nutzbar zu machen sowie die Nachwuchsarbeit gezielt zu unterstützen. Im Bereich Tourismus will die Kreis-SPD die touristischen Angebote stärker mit regionalen Betrieben, Vereinen und Veranstaltungen verknüpfen und kleinere, zur Region passende Angebote sollen dabei unterstützt werden. Der Landkreis soll als Koordinator und Unterstützer genutzt werden, nicht als zentraler Veranstalter. Etwa durch Vernetzung von Akteuren, Unterstützung bei Abstimmungen und Genehmigungen oder gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit, während Planung und Durchführung vor Ort bleiben. Klares Ziel ist ein Landkreis, in dem Gemeinschaft in Stadt und Land, getragen wird und in dem Tourismus zur regionalen Entwicklung beiträgt, ohne das Zusammenleben zu belasten.
„Gute Kommunalpolitik braucht keine Zuspitzung, sondern Verlässlichkeit. Wir wollen dazu beitragen, dass Entscheidungen im Landkreis Cham nachvollziehbar, sachlich und verantwortungsvoll getroffen werden – Nah dran. Ehrlich. Für unseren Landkreis“, so die Schlussworte von Steve Brachwitz.
(Linda Ruhland)